Security by obscurity does not work - Geheimhaltung garantiert keine wirkliche Sicherheit. - Wirklich sicher sind nur die Dinge, über die wir offen reden können.
Sicherheit lässt sich nicht durch Geheimniskrämerei erreichen
Prinzipielle Überlegungen dazu von Dipl. Phys. Dr. Wilfried Attenberger
In der Computertechnik gilt ein Verschlüsselungsverfahren nur dann als sicher, wenn es öffentlich bekannt gemacht ist und es auf breiter Basis analysiert werden konnte. Ein Verfahren, das der Erfinder geheim hält und von dem der Quellcode nicht veröffentlicht wurde, gilt prinzipiell als unsicher!
Bei allen Genehmigungsverfahren für kerntechnische Anlagen in Deutschland werden die Unterlagen öffentlich ausgelegt und dann in einem Anhörungsverfahren öffentlich diskutiert. Ein Ziel dieses Verfahrens ist es, in einer möglichst breiten Diskussion das Sicherheitskonzept auf Schwächen abzuklopfen. Ein zentraler Punkt wird allerdings nicht veröffentlicht: Alles was mit Terrorgefahren zu tun hat. Und unter diesen Punkt können nach Belieben der Genehmigungsbehörde sehr viele Fragen fallen (z.B. Flugzeugabsturz), die nicht diskutiert werden sollen. Die Begründung für dieses Verfahren ist, daß Terroristen nicht auf Schwachstellen hingewiesen werden sollen.
Eine zwangsläufige Folgerung ist aber, daß Schwachstellen existieren! Die Absicherung der Anlagen - insbesondere der Zwischenlager - ist nicht lückenlos. Es gibt also Wege, auf denen es zu einer Schädigung der Bevölkerung durch austretende Radioaktivität kommen kann und diese Wege sind der Genehmigungsbehörde bekannt!
Ein Sicherheitskonzept, das diesen Namen verdient, muß jeder möglichen Analyse standhalten und solchen Analysen auch zugänglich gemacht werden. Daher muß alles veröffentlich und auf einer breiten Basis diskutiert werden, da nur so die vorhandenen Fehler ausgemerzt werden können.